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Studienwahl - Studieren, aber was?

KARRIERE-Blog

Samstag, 29. April 2006

Studienwahl - Studieren, aber was?

Geschrieben von MS in Studienwahl
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Manch einer erkennt erst im Lauf des Studiums oder vielleicht auch erst nach den ersten Prüfungen, dass er in das falsche Boot gestiegen ist und besser ein anderes Studienfach gewählt hätte. Keine Frage - die Studienwahl stellt für viele Studienanfänger eine schwere Entscheidung dar.

Um die richtige Studienwahl zu treffen, muss man einerseits sich selber und seine Fähigkeiten und Neigungen einschätzen können, andererseits aber auch wissen, welche Studienangebote und Studienfächer einem überhaupt zur Verfügung stehen und welche beruflichen Chancen sich heute dafür ausrechnen lassen.

Zu diesem brisanten Thema haben wir einen aktuellen Artikel in der "ZEIT" mit dem provokanten Titel "Studiert, was ihr wollt!" (Zeit.de, 27.04.2006) gefunden, aus dem Euch einige Auszüge näher bringen möchten.

Eingangs geht es in dem Artikel darum, daß sich das Leben, die Politik, die Uni-Politik und der Arbeitsmarkt in den letzten Jahren dramatisch geändert haben.

"Die größte Sünde liegt indes darin, dass man den Studenten eine falsche Gewissheit gibt: Studiert nach den neuen Regeln, und ihr seid für den Weltmarkt gerüstet. Da müsst ihr jetzt durch! Tatsächlich ist der Arbeitsmarkt unter dem Einfluss der Globalisierung zur Achterbahn geworden. Für viele Abschlüsse hat sich das Verhältnis von Angebot und Nachfrage in den vergangenen fünf Jahren gleich zweimal gedreht. Welche Gewissheit soll der Nachwuchs da noch hegen? Die Jungstudenten schauen höchstens, wohin die Trendsetter marschieren. Doch wenn sie hinterhergehen, könnten sie bereits zu spät dran sein." (Quelle: zeit.de, 27.04.2006)

Da wird die Studienwahl natürlich nicht unbedingt leichter. Früher war es oft angebracht, sich nach Trendsettern und Studienmoden oder Modestudien zu richten. Auch heute richten sich viele Studienanfängern nach den vermeintlichen Personalabteilungen, die man nach dem Studienabschluß anstrebt. Wie der Artikel aber an einigen Beispielen zeigt, ist das aber nicht immer ratsam. Wie soll man dann die Auswahl treffen? Welche Fragen soll man sich selber stellen?

"Eigentlich muss man sich Fragen stellen wie: Durchdringe ich mein Fach so, dass ich eine besondere analytische Erfahrung erwerbe? Lerne ich, Probleme einerseits ganzheitlich zu betrachten und nicht wie ein Fachidiot, aber andererseits ihre Tiefen auszuloten? Lerne ich den Wert von Wettbewerb und Kooperation und die Haltung, die notwendig ist, um beides zu verbinden? Erwerbe ich das Selbstbewusstsein, frei zu entscheiden, ohne besserwisserisch den guten Rat von Kollegen abzuwehren? Die simple und entscheidende Frage ist also: Wie gehen die Studenten in ihr Studium hinein und wie kommen sie wieder heraus? Eine Universität, die darauf keine schlüssige Antwort hat, sollte auch kein ernst zu nehmender Kandidat sein." (Quelle: zeit.de, 27.04.2006)

Die guten Ratschläge von anderen bzw. sogenannten Trendsettern anzunehmen scheint also nicht der richtige Weg zu sein. Stattdessen gilt die Devise "Selbst ist der Mann /die Frau!".

"Bei der Wahl des Studiums dürfen die Faktoren Talent und Lust entscheiden. Dass kein Fach eine dauerhafte Jobgarantie bedeutet, Exzellenz aber die Chancen aus jedem Studium heraus erhöht, spricht für eine Studienwahl aus Neigung – und zwar der Nützlichkeit halber." (Quelle: zeit.de, 27.04.2006)

Okay, freie Entscheidung! Aber welche Fähigkeiten werde ich Zukunft brauchen und welche nicht?

"Wer sich auf einen veränderlichen Arbeitsmarkt vorbereiten will, wer die steigenden Ansprüche nahezu aller Arbeitgeber einschließlich des Staates befriedigen will, der braucht Breite und Tiefe." ...

... "Wer nicht mit vollem Einsatz in sich und in die Gesellschaft investiert, darf nicht viel erwarten, weil es schon genügend Fachkräfte mit Praxiserfahrung und Fremdsprachen gibt." ...

... "Gerade in härteren, uneuphorischen Zeiten richten sich die Ansprüche nicht nur an das Wissen, sondern auch an die Persönlichkeit." ...

... "Aber Bewerber müssen ihre Qualität noch anderweitig nachweisen. Echte Leistungen schlagen die Ansammlung von Kleinigkeiten. Diese beanspruchen nur Platz im Lebenslauf, ohne die Persönlichkeit zu prägen. Sie sind damit zu Recht auch für den Arbeitsmarkt wenig wert. Entsprechend müssen die Auslandserfahrungen über ein Gastsemester hinausgehen, damit sie den Namen verdienen. Inhalt und Leistung zählen – zumindest bei den Trendsettern." (Quelle: zeit.de, 27.04.2006)

Soweit so gut. Zusammenfassend kann man also sagen - anstatt auf Trendsetter zu hören, sollte man lieber selber zum Trendsetter werden und seinen eigenen Neigungen folgen. Allerdings darf man auch die Breite und Tiefe der Ausbildung nicht vernachlässigen. Naja, irgendwie klingt das alles andere als einfach, oder? Abschließend noch einmal ein Zitat aus dem Artikel:

"Wer die Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt anerkennt und die Qualität im Studienangebot einer Universität erkennt, könnte bald selbst ein Trendsetter sein. Ein Karrieremuster wird nämlich doch schon wieder erkennbar: Künftige Führungspersonen zeichnen sich durch tiefgreifende Erfahrungen aus. Sie können mit dem Auf und Ab umgehen, das zum Wesen des heutigen Wirtschaftslebens gehört." (Quelle: zeit.de, 27.04.2006)

Und damit Alles Gute und viel Glück bei der Wahl des richtigen Studiums! Weitere Informationen zum Thema Studienwahl gibt es auch auf www.skripten.at in der Rubrik "Studienwahl".


Tags für diesen Artikel: fachhochschule, studienwahl, studieren, universität
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