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Dienstag, 3. Juli 2007 Viel zu viele jungen Menschen nehmen kein Studium auf, nur weil sie sich nicht verschulden möchten. Obwohl keiner gern Schulden hat, ist dies eine falsche Einstellung, handelt es sich bei den Ausbildungskosten doch ganz klar um eine Investition für die Zukunft. Denn, Bildung zahlt sich aus!
Jeder Staat, jeder Betrieb und jeder Häuslebauer macht Schulden um seine Investitionen finanzieren zu können, und warum nicht auch wir? Ich möchte keinen zum Schuldenmachen überreden, aber ich möchte, dass wir die richtige Einstellung zum Geld bekommen. „Wir brauchen mehr Studienanfänger!“, forderte in der vergangenen Woche das Bundesministerium für Bildung und Forschung und sagt damit nichts Neues. Akademiker haben beste Anstellungsaussichten und zwar völlig unabhängig von der Konjunktur. Aber wer bezahlt die Ausbildung? Wenn der Staat Akademiker braucht, dann muss er dafür bezahlen. Das hat er bis jetzt immer getan und damit seine Pflicht erfüllt. Daran haben sich Generationen von Akademikern gewöhnt. Der Staat, also die steuerzahlenden Akademiker genauso wie der Hilfsarbeiter, gaben das Geld. Letzter hat allerdings aus dem Bildungstopf sehr wenig entnommen, aber dafür seine zukünftigen Chefs finanziert. So war es immer, das empfinden wir als normal. Ob es gerecht ist, danach hat keiner gefragt, am wenigsten die Akademiker. Wenn wir aber 40 Prozent eines Jahrgangs auf die Hochschule schicken wollen, dann wird es eng, und zwar sowohl bei der Finanzierung als auch in den Hörsälen. Kein Wunder, dass sich die Bildungslandschaft verändert hat und es auf einmal viele private Anbieter gibt. Dort muss man für seine Bildung selbst bezahlen, das ist neu. Und auch die staatlichen Hochschulen verlangen einen kleinen Obulus, das ist ebenfalls neu. Kein Wunder, dass die potenziellen Studienanfänger verunsichert sind. Soll man studieren und sich verschulden oder nicht? Die Banken, und die gehen ja grundsätzlich kein Risiko ein, meinen ja. Denn man schafft sich durch eine akademische Ausbildung soviel Mehrwert, dass die Rückzahlung gewährleistet ist. Deshalb geben sie uns Geld, wir sind also kreditwürdig. Die Banken machen ein gutes Geschäft. Aber machen wir auch ein gutes Geschäft? Früher hatten wir das Diplom schuldenfrei in der Hand - heute den Bachelor und Schulden. War es früher besser? Es war anders! Früher brauchte man Ewigkeiten bis zum Akademiker, heute hat man nach drei Jahren den Abschluss. Früher musste man lang aufs erste richtige Geld warten, heute geht es schneller. Vielleicht muss man seinen Bildungskredit zurückzahlen, aber das schafft man schon. Geld ist relativ. Die einen machen sich zum Sklaven des Geldes und lassen sich davon ihr Handeln diktieren, die anderen machen sich zum Herrn des Geldes und nutzen seine Stärke. Wer die teuerste private Hochschule wählt, weil er glaubt, nur dort die beste Ausbildung zu erhalten, der liegt falsch. Aber wer nicht studiert, nur weil er keine Schulden machen möchte, der liegt absolut falsch. Denn Bildung erhält man heute, zurückgezahlt wird mañana.
Quelle und Autor: Carl Schroebler, Buchautor „14-24Jahre.com > Studien- & Berufswahl leicht gemacht.“,www.14-24jahre.com
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