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Donnerstag, 26. April 2007 Warum gibt es einen Girls’ Day (heuer am 26.4.2007)? Weil wir Männer nicht verstehen, was Girls an Zahnarzthelferin oder Verkäuferin denn so gut finden und warum bei unseren Ingenieurpartys immer Frauenmangel herrscht. Die Girls haben viel bessere Noten und höhere Bildungsabschlüsse als wir, also auch mehr Abiturientinnen. Aber auf einmal überlassen sie uns das Feld der interessanten Berufe und wählen massenweise sogenannte Sackgassenberufe.
Von den 360 zur Verfügung stehenden Lehrberufen stürzen sich satte 53,1% auf nur zehn Berufe. In Österreich fühlen sich sogar mehr als die Hälfte der Girls zur Einzelhändlerin, Friseurin & Perückenmacherin und Bürokauffrau berufen, und das, obwohl es die riesige Auswahl von 257 Lehrberufen gibt. Aber auch die akademischen Schwestern haben nichts Besseres im Kopf, als sich in die Hörsäle der Psychologie und Pädagogik zu drängeln. Ich bin Ingenieur und das war eine Fehlentscheidung. Ich hatte mir seinerzeit überhaupt keine Gedanken über andere Möglichkeiten gemacht, leider. Meinen Beruf habe ich nur sieben Jahre ausgeübt und seit 24 Jahren beschäftige ich mich ausbildungsfremd. Es ist deshalb auch gar nicht meine Absicht, Girls in Ingenieurberufe zu zwängen, aber ich will, dass sie nicht den gleichen Fehler machen wie ich und sich bei der Studien- & Berufswahl nur auf „ihre“ Berufe konzentrieren. Denn diese geschlechtsspezifische Einschränkung ist völlig falsch. Warum nicht Ingenieur werden, vielleicht ist gerade Akustik oder Beleuchtungstechnik etwas für dich und du kannst später im Theater oder in Hollywood arbeiten. Eine erfolgreiche Berufswahl ist die Basis für den Rest unseres Lebens. Je mehr Bildung wir haben, umso mehr Möglichkeiten können wir nutzen. Wir werden eventuell einige Jahre im Ausland arbeiten, uns selbstständig machen, eine Familie gründen, Kinder bekommen, uns politisch betätigen, Mitmenschen helfen oder uns vor Gericht verantworten müssen. Das alles kann man mit Bildung viel besser meistern. Linda, eine sehr gute Freundin von mir, hat zwei Kinder. Beide sind tolle Schüler, aber als der Wechsel auf die höhere Schule anstand, hat sie sich für die Realschule entschieden. „Ich habe nur Hauptschule und wenn ich sie aufs Gymnasium geschickt hätte, könnte ich ihnen gar nicht helfen.“ Das erscheint sinnvoll, aber hat sie ihren Kindern Chancen verbaut? Ich weiß es nicht. Nur eines weiß ich: Bildung schafft Möglichkeiten, und deshalb sollte man sich überlegen, ob es wirklich ein Sackgassenberuf sein muss. „Die Freiheit hat keinen Preis“, sagen die Spanier und haben völlig Recht. Aber die Freiheit beginnt bei uns, die müssen wir uns selbst nehmen. Erst wenn wir uns von den äußeren Einflüssen befreien und das tun, was wir wirklich wollen, sind wir auf unserem Weg, und dort beginnt die große Freiheit.
Quelle und Autor: Carl Schroebler, Buchautor „14-24Jahre.com > Studien- & Berufswahl leicht gemacht.“,www.14-24jahre.com
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